Fake-Leads und Bot-An­fra­gen: So schüt­zen Sie Ihre Lead-Kam­pa­gnen

Vol­les Post­fach, lee­re Auf­trags­bü­cher? Bots, Spam und un­pas­sen­de An­fra­gen kos­ten Wer­be­bud­get und die Zeit Ih­res Ver­triebs. Er­fah­ren Sie, wie Sie Fake-Leads ge­zielt aus­fil­tern und Smart Bid­ding auf ech­te Er­geb­nis­se trai­nie­ren.

Fake-Leads verhindern: So schützen Sie Ihre Lead-Kampagnen

In un­se­rem Bei­trag über Ad Fraud und Bot Traf­fic ging es um Klicks, die nie von ech­ten Men­schen stam­men. Heu­te geht es eine Stu­fe wei­ter: um An­fra­gen, die zwar im Post­fach lan­den, aber nie zu ei­nem Auf­trag wer­den.

An­lass ist ein neu­er Hil­fe­ar­ti­kel von Goog­le mit dem Ti­tel „Pre­vent in­va­lid leads“. Die Kern­aus­sa­ge ist be­mer­kens­wert of­fen: Goo­gles Fil­ter für un­gül­ti­gen Traf­fic ver­hin­dern un­gül­ti­ge Leads nicht al­lein. Hohe Lead-Qua­li­tät sei eine „ge­teil­te Ver­ant­wor­tung“ – zwi­schen Goog­le und Ih­nen als Wer­be­trei­ben­dem.

Für B2B-Un­ter­neh­men ist das eine wich­ti­ge Bot­schaft. Denn bei Ih­nen kos­tet ein schlech­ter Lead nicht nur den Klick, son­dern auch die Zeit Ih­res Ver­triebs.

Was Goog­le jetzt emp­fiehlt

Goog­le prüft die meis­ten Klicks erst, nach­dem die An­zei­ge aus­ge­spielt wur­de. Bis ein Klick als un­gül­tig er­kannt ist, kann das For­mu­lar längst ab­ge­schickt sein. Des­halb emp­fiehlt Goog­le im Leit­fa­den ei­ge­ne Schutz­maß­nah­men di­rekt am For­mu­lar:

  • re­CAPTCHA im Web­for­mu­lar: fil­tert Bots, be­vor sie eine An­fra­ge ab­sen­den kön­nen.
  • Dou­ble-Opt-In: Ein Lead gilt erst als gül­tig, wenn die Per­son ei­nen Be­stä­ti­gungs­link per E‑Mail an­ge­klickt hat.
  • Ser­ver­sei­ti­ge Va­li­die­rung: E‑­Mail-Adres­sen, Do­mains und Te­le­fon­num­mern wer­den auf dem Ser­ver ge­prüft, nicht nur im Brow­ser. Bots um­ge­hen Brow­ser-Prü­fun­gen mü­he­los.
  • Lead-spe­zi­fi­sche Zie­le: Op­ti­mie­ren Sie auf „qua­li­fi­zier­ter Lead“, „kon­ver­tier­ter Lead“, „Ter­min ge­bucht“ oder „An­ge­bot an­ge­fragt“ statt auf jede For­mu­lar­ab­sen­dung. Mög­lich wird das durch die An­rei­che­rung der Con­ver­si­on-Da­ten mit In­for­ma­tio­nen aus Ih­rem Ver­trieb.
  • First-Par­ty-Da­ten: Goog­le-Tag sau­ber ein­rich­ten und er­wei­ter­te Con­ver­si­ons (Enhan­ced Con­ver­si­ons) nut­zen.

Ein Punkt fehlt im Leit­fa­den: Goog­le er­stat­tet un­gül­ti­ge Klicks nur teil­wei­se, näm­lich nur die, die das Sys­tem auch als un­gül­tig er­kennt. Die Kos­ten ei­nes schlech­ten Leads er­stat­tet Goog­le gar nicht. Die Zeit, die Ihr Ver­trieb mit Fake-An­fra­gen ver­bringt, trägt also al­lein Ihr Un­ter­neh­men. Un­ter­su­chun­gen zu un­gül­ti­gen Ak­ti­vi­tä­ten sind zu­dem nur für die letz­ten 60 Tage mög­lich.

Das ei­gent­li­che Pro­blem: Al­go­rith­men se­hen Klicks, kei­ne Auf­trä­ge

Re­CAPTCHA und Dou­ble-Opt-In hal­ten Bots drau­ßen. Sie lö­sen aber nicht das grö­ße­re Pro­blem im B2B: ech­te Men­schen, die trotz­dem nie kon­ver­tie­ren. Der Stu­dent, der ein White­pa­per für sei­ne Haus­ar­beit will. Der Wett­be­wer­ber, der Bench­mar­king be­treibt. Die An­fra­ge aus ei­ner Bran­che, die Sie gar nicht be­die­nen.

Goog­le, Meta, Lin­ke­dIn und Tik­Tok se­hen je­den Klick und jede For­mu­lar­ab­sen­dung. Was sie nicht se­hen: Wel­che die­ser An­fra­gen drei Wo­chen spä­ter zu ei­nem An­ge­bot und drei Mo­na­te spä­ter zu ei­nem Auf­trag wur­de. Die­ses Wis­sen steckt in Ih­rem CRM, Ih­rer Te­le­fon­an­la­ge oder im Post­fach Ih­res Ver­triebs.

Die Fol­ge: Smart Bid­ding und ähn­li­che Al­go­rith­men be­han­deln jede An­fra­ge gleich. Sie ler­nen, mög­lichst vie­le und mög­lichst güns­ti­ge Leads zu lie­fern – und güns­ti­ge Leads sind sel­ten die bes­ten. Im schlimms­ten Fall op­ti­miert Ihre Kam­pa­gne ge­zielt auf ge­nau die Ziel­grup­pe, die zwar gern For­mu­la­re aus­füllt, aus der aber nie ein Auf­trag ent­steht.

Ge­ra­de im B2B mit lan­gen Ent­schei­dungs­zy­klen, klei­nen Ziel­grup­pen und ho­hen Auf­trags­wer­ten ist das teu­er. Zehn pas­sen­de An­fra­gen von Ent­schei­dern sind mehr wert als hun­dert Leads ohne Bud­get.

Die Lö­sung: Den Al­go­rith­men sa­gen, was ein gu­ter Lead ist

Der He­bel heißt Off­line-Con­ver­si­on-Track­ing. Sie spie­len In­for­ma­tio­nen aus Ih­rem Ver­trieb zu­rück an die Wer­be­platt­for­men. So funk­tio­niert der Kreis­lauf:

  1. Ein Nut­zer klickt auf Ihre An­zei­ge; die Platt­form ver­gibt eine Klick-ID (bei Goog­le die GCLID).
  2. Er stellt eine An­fra­ge per For­mu­lar, Te­le­fon oder E‑Mail. Die Klick-ID bzw. ge­hash­te Kon­takt­da­ten wer­den mit­ge­spei­chert.
  3. Ihr Ver­trieb qua­li­fi­ziert den Lead im CRM: pas­send, An­ge­bot er­stellt, Auf­trag ge­won­nen – idea­ler­wei­se mit Wert.
  4. Die­se Sta­tus­wech­sel wer­den au­to­ma­tisch an Goog­le, Meta oder Lin­ke­dIn über­tra­gen.
  5. Der Al­go­rith­mus lernt, wel­che Klicks zu qua­li­fi­zier­ten Leads füh­ren, und bie­tet ge­zielt auf ähn­li­che Nut­zer.

Alle gro­ßen Platt­for­men bie­ten da­für in­zwi­schen ei­ge­ne Schnitt­stel­len:

Platt­form Lö­sung Wich­tig zu wis­sen
Goog­le Ads Enhan­ced Con­ver­si­ons for Leads / Off­line-Con­ver­si­on-Im­port Upload bis 90 Tage nach dem Klick (GCLID); mit Wer­ten wird Ziel-ROAS mög­lich
Meta Con­ver­si­ons API für CRM (Ziel „Con­ver­si­on Leads“) Für Lead Ads; emp­foh­len ab ca. 200 Leads pro Mo­nat, täg­li­cher Upload
Lin­ke­dIn Con­ver­si­ons API / CRM Sync „Qua­li­fied Lead“ als be­vor­zug­tes Op­ti­mie­rungs­si­gnal
Tik­Tok Events API Ser­ver-Events inkl. CRM-Sta­tus mög­lich

Die Her­aus­for­de­rung im All­tag: Vie­le B2B-An­fra­gen kom­men gar nicht über ein For­mu­lar. Sie kom­men per An­ruf oder als di­rek­te E‑Mail an den Ver­trieb. Ge­nau die­se Lü­cke schlie­ßen spe­zia­li­sier­te At­tri­bu­ti­ons- und Call-Track­ing-Lö­sun­gen: Sie ver­knüp­fen An­ru­fe, For­mu­la­re und E‑­Mail-An­fra­gen au­to­ma­tisch mit den On­line-Kam­pa­gnen und spie­len die tat­säch­li­chen Er­geb­nis­se an alle Platt­for­men zu­rück. So op­ti­miert Smart Bid­ding auf Ge­winn statt auf Mas­se.

Ob ein sol­ches Tool, eine di­rek­te CRM-In­te­gra­ti­on (z. B. Hub­S­pot oder Sa­les­force) oder eine schlan­ke Au­to­ma­ti­sie­rung sinn­voll ist, hängt von Ih­rem Lead-Vo­lu­men und Ih­rer Sys­tem­land­schaft ab.

Wich­tig für den deut­schen Markt: Da­ten­schutz von An­fang an mit­den­ken

Off­line-Con­ver­si­ons ar­bei­ten mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten – auch im B2B, denn die Kon­takt­da­ten Ih­rer An­sprech­part­ner fal­len un­ter die DSGVO. Drei Punk­te soll­ten Sie be­son­ders be­ach­ten:

  • Ein­wil­li­gung und Con­sent Mode v2: Klick-IDs wer­den über Coo­kies er­fasst und brau­chen da­her eine Ein­wil­li­gung (§ 25 TDDDG). Für Goog­le Ads ist im EWR zu­sätz­lich der Con­sent Mode v2 Vor­aus­set­zung, da­mit Enhan­ced Con­ver­si­ons über­haupt Da­ten er­hal­ten.
  • re­CAPTCHA kri­tisch prü­fen: Deut­sche Da­ten­schutz­be­hör­den se­hen Goog­le re­CAPTCHA we­gen der Da­ten­über­tra­gung in die USA kri­tisch. Da­ten­schutz­freund­li­che Al­ter­na­ti­ven aus der EU er­fül­len den­sel­ben Zweck oft mit we­ni­ger recht­li­chem Ri­si­ko.
  • Hash­ing ist nicht an­onym: Ge­hash­te E‑­Mail-Adres­sen oder Te­le­fon­num­mern gel­ten als pseud­ony­mi­siert. Rechts­grund­la­ge, Hin­wei­se in der Da­ten­schutz­er­klä­rung und Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trä­ge ge­hö­ren des­halb zwin­gend zur Ein­rich­tung.

Un­ser Tipp: Bin­den Sie Ih­ren Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten früh­zei­tig ein. Dann steht der sau­be­re Da­ten­kreis­lauf auch recht­lich auf fes­tem Bo­den.

Wor­auf es im B2B be­son­ders an­kommt

Off­line-Con­ver­si­ons sind kein Plug-and-play. Ge­ra­de im B2B gibt es drei Stol­per­stei­ne, die wir in der Pra­xis im­mer wie­der se­hen.

Lan­ge Ent­schei­dungs­zy­klen über­brü­cken

Die Platt­for­men ha­ben Zeit­fens­ter: Goog­le nimmt Off­line-Con­ver­si­ons bis 90 Tage nach dem Klick an, Meta op­ti­miert auf Lead-Stu­fen, die in­ner­halb von 28 Ta­gen er­reicht wer­den. Ein Auf­trag, der nach sechs Mo­na­ten un­ter­schrie­ben wird, kommt für den Al­go­rith­mus zu spät. Die Lö­sung sind frü­he Zwi­schen­zie­le wie „qua­li­fi­zier­ter Lead“ oder „Erst­ter­min“, die Sie mit ei­nem rea­lis­ti­schen Er­war­tungs­wert ver­se­hen.

Zu we­ni­ge Con­ver­si­ons für die Al­go­rith­men

Smart Bid­ding braucht aus­rei­chend Da­ten, um zu ler­nen. Meta emp­fiehlt für die Op­ti­mie­rung auf CRM-Stu­fen etwa 200 Leads pro Mo­nat – vie­le B2B-Kam­pa­gnen er­rei­chen das nicht. Statt aus­schließ­lich auf Ab­schlüs­se zu op­ti­mie­ren, soll­ten Sie Kam­pa­gnen bün­deln oder auf eine frü­he­re Stu­fe mit mehr Vo­lu­men set­zen.

Auch schlech­te Leads zu­rück­mel­den

Al­go­rith­men ler­nen nicht nur aus Er­fol­gen. Spam-An­fra­gen und un­pas­sen­de Leads las­sen sich in Goog­le Ads über Con­ver­si­on-An­pas­sun­gen nach­träg­lich zu­rück­neh­men oder ab­wer­ten. So er­fährt das Sys­tem auch, wel­che Klicks es künf­tig mei­den soll­te – und Ihr Bud­get fließt noch ge­ziel­ter in die An­fra­gen, aus de­nen Auf­trä­ge wer­den.

Fa­zit: Nicht mehr Leads, son­dern die rich­ti­gen

Goo­gles neu­er Leit­fa­den ist ein ehr­li­ches Ein­ge­ständ­nis: Die Platt­for­men kön­nen Klick­be­trug ein­däm­men, aber nicht be­ur­tei­len, wel­che An­fra­ge für Ihr Ge­schäft wert­voll ist. Das wis­sen nur Sie – und ge­nau die­ses Wis­sen soll­ten Ihre Kam­pa­gnen nut­zen.

Wer For­mu­la­re ab­si­chert und ech­te Ver­triebs­da­ten zu­rück­spielt, ver­bes­sert gleich zwei­er­lei: we­ni­ger Zeit­ver­lust im Ver­trieb und ein Bud­get, das dort lan­det, wo Auf­trä­ge ent­ste­hen.

Sie möch­ten wis­sen, wie gut Ihre Lead-Kam­pa­gnen wirk­lich sind? Wir wer­fen ge­mein­sam mit Ih­nen ei­nen Blick auf Ihr Con­ver­si­on-Track­ing und zei­gen, wo sich Ihre Kam­pa­gnen im Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting und im So­cial Me­dia Mar­ke­ting stär­ker an qua­li­fi­zier­ten Leads aus­rich­ten las­sen. Spre­chen Sie uns an – da­mit je­der Lead zählt, und zwar der rich­ti­ge.

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