
Im Kern geht es um eine strategische Entscheidung:
Meta führt ab 1. Juli 2026 Standortgebühren für Anzeigen ein. Für Werbetreibende auf Facebook, Instagram oder WhatsApp kann das zu leicht höheren Werbekosten führen – insbesondere dann, wenn Kampagnen auf bestimmte Länder ausgerichtet sind. Daher gilt es, diese Änderung frühzeitig zu verstehen und in der Budgetplanung zu berücksichtigen.
Hintergrund der neuen Standortgebühren
Die neuen Gebühren stehen im Zusammenhang mit Digitalsteuern (Digital Service Taxes, DST), die in einigen Ländern auf digitale Plattformen erhoben werden.
Bislang wurden diese zusätzlichen Kosten überwiegend von Meta selbst getragen. Mit der Einführung der Standortgebühren gibt Meta nun einen Teil dieser Kosten an Werbetreibende weiter. Ähnliche Modelle werden bereits von anderen Plattformen, wie beispielsweise Google Ads, genutzt.
Wie die Standortgebühren funktionieren
Die Gebühren richten sich nicht nach dem Unternehmensstandort, sondern nach dem Land, in dem die Anzeigen ausgeliefert werden.
Standortgebühren werden nach der Anzeigenauslieferung zusätzlich zu den Werbekosten berechnet und erscheinen separat in der Abrechnung.
Aktuell gelten laut Meta folgende Sätze:
- Österreich: 5 %
- Frankreich: 3 %
- Italien: 3 %
- Spanien: 3 %
- Türkei: 5 %
- Vereinigtes Königreich: 2 %
Diese Liste kann sich künftig ändern, wenn weitere Länder Digitalsteuern einführen oder bestehende Regelungen angepasst werden.
Beispiel: Bei 100 € Werbekosten für Anzeigen in Italien (3 % Standortgebühr) entstehen zusätzliche Kosten von 3 €. Die Gesamtkosten der Kampagne liegen damit bei 103 €. Auf diesen Betrag können zusätzlich noch lokale Steuern wie die Umsatzsteuer erhoben werden.
Wichtig ist: Das Kampagnenbudget selbst wird nicht automatisch angepasst. Die Standortgebühr wird nachträglich auf die tatsächlichen Werbeausgaben aufgeschlagen.
Für welche Anzeigen die Gebühren gelten
Die Standortgebühren gelten grundsätzlich für alle Meta-Anzeigenformate, u.a. Facebook- und Instagram-Ads oder Click-to-WhatsApp-Kampagnen.
Nicht betroffen sind hingegen bestimmte bezahlte Nachrichtenformate auf WhatsApp, die unabhängig von Werbeanzeigen genutzt werden.
Welche Auswirkungen das für Unternehmen haben kann
Für Unternehmen können die Gebühren zu leicht höheren effektiven Werbekosten führen und sollten bei der Budgetplanung berücksichtigt werden.
Besonders relevant wird das Thema für Unternehmen, die:
- international ausgerichtete Paid-Social-Kampagnen schalten
- größere Media-Budgets in mehreren europäischen Märkten einsetzen
- Performance-Kennzahlen wie CPA oder ROAS sehr genau kalkulieren
Einordnung für die strategische Planung
Für Unternehmen im B2B-Marketing bedeutet die Einführung der Meta Standortgebühren vor allem eines: Transparenz und Planung werden wichtiger.
In der Praxis empfiehlt es sich daher,
- internationale Kampagnenbudgets leicht zu puffern,
- länderspezifische Kostenstrukturen stärker zu berücksichtigen und
- Reporting und Forecasts entsprechend anzupassen.
Für Unternehmen, die Meta-Anzeigen strategisch einsetzen, lohnt es sich daher, solche Änderungen frühzeitig in die Budgetplanung und Kampagnensteuerung einzubeziehen.
Weitere Informationen stellt Meta im offiziellen Hilfebereich bereit.
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