Die SEO CAMPIXX stand 2020 ganz im Zeichen von Corona.

Schon im Vorfeld haben sich einige Teilnehmer Gedanken zur Vermeidung des Virus gemacht und eine SEO interne Grußform entwickelt um Ansteckungen zu vermeiden. Den meisten SEOs war das Video bereits vor der SEO CAMPIXX 2020 bekannt. Wer es noch nicht gesehen hatte, kam bei der Begrüßung am 13. März 2020 in den Genuss.

Kaum verwunderlich, dass Corona die gesamte CAMPIXX begleitet hat – haben doch einige Speaker und auch Besucher aufgrund des Virus abgesagt. Grundsätzlich wurde mit der Situation vor Ort aber sehr verantwortungsvoll umgegangen. Vom Veranstalter wurden Hygienestationen aufgebaut, zudem wahrten die Besucher untereinander Distanz.

Nach der Begrüßung durch Marco Janck – Geschäftsführer des Veranstalters SUMAGO GmbH – sprach Kevin Indig in der SEO CAMPIXX Keynote über Googles Zukunft.

Die Suchmaschine verändert sich immer mehr zu einer „Erntemaschine“.

So brauchen Suchende nicht mehr auf Links zu Webseiten klicken wenn sie auf der Suche sind, sondern bekommen alles Wissenswerte bereits in der Google Suche angezeigt. Ein gutes Beispiel hierfür sind Sportergebnisse. Musste man früher noch auf die Seite eines Sportmagazins klicken, so zeigt Google heute bereits alle relevanten Ergebnisse im Live Ticker, in seinen Ergebnissen. Ähnlich auch beim aktuellen Kinoprogramm oder bei Serien – in diesem Fall spuckt die Suchmaschine sogar aus, auf welchem Streamingdienst die Filme und Serien verfügbar sind.

„Crawling wird in der Zukunft zunehmend ineffizient – die Zukunft gehört den Indexing APIs.“

Was also tun, um den User trotzdem auf seine Seite zu ziehen und auf dieser auch zu halten? „Bau Dir eine Brand“ lautet der Apell von Kevin Indig. Noch wichtiger als ohnehin schon, werden in Zukunft außerdem Audio und Video Content.

Wie man das von der SEO CAMPIXX so kennt verteilt sich alles nach der Keynote in kleinere Sessions. Dank Corona fanden „nur“ bis zu acht Sessions gleichzeitig statt. Als Besucher hatte man hier also trotzdem noch die Qual der Wahl.

 

Maike Schultze-Rhonhof – Senior SEO Manager bei der AXA Konzern AG teilte ihre Erfahrung zum Instagram SEO mit uns.

Instagram als ein soziales Netzwerk ist gleichzeitig auch eine Suchmaschine, die nach bestimmten Kriterien rankt. Hat man das einmal verstanden ist es verwunderlich, dass es dort zwar 25 Mio. Businessprofile gibt, die meisten davon aber eher stiefmütterlich behandelt werden. Und das obwohl Instagram seit 2018 sogar eine Shopping Funktion integriert hat.

Wichtig ist auch hier: Kenne Deine Zielgruppe! Was wollen die Instagram User sehen?

  • sie wollen unterhalten werden
  • zu Lieblingsthemen informiert werden
  • inspiriert werden
  • 20% der Nutzer informieren sich über Unternehmen
  • Tipps zu Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Reisezielen, etc.

Auf die Frage wie oft die Nutzer Posts von Unternehmen sehen möchten, denen sie folgen antworteten die meisten ca. alle 1 – 2 Tage.

Die Instagram Nutzer sind also aktiv auf der Suche nach Werbung.

Dieses Potential sollten die Unternehmen nicht auf der Straße liegen lassen. Wichtig hierbei sind vor allem ein ansprechendes Design und inspirierende Bilder. Auf diesem Kanal zählt das mehr als das Corporate Design oder die Markenbotschaft.

Wie aber funktioniert nun SEO für Instagram?! Die App funktioniert wie eine Suchmaschine. Besonders wichtig sind also relevante Keywords – angefangen im Benutzernamen über die Bio bis hin zur Bildunterschrift, die einer Meta Description gleichzusetzen ist.

Neue, zusätzliche Follower können nur über die Explore Page generiert werden, da Instagram – anders als Facebook – im Newsfeed ausschließlich Posts von Freunden bzw. Unternehmen anzeigt denen man bereits folgt. Um auf der Explore Page möglichst weit oben zu ranken sind die individuelle Nutzungshistorie sowie die generelle Beliebtheit entscheidend – also Keywords basierend auf einem Instagram Algorithmus.

Aber auch bei vielen Followern sollte sich ein Unternehmen nicht zu sicher sein. Ein neuer Beitrag wird zur Probe nur bei 10% der Follower eingespielt. Dann kommt es auf deren Reaktion in den nächsten 60 Minuten an. Je mehr Follower der Beitrag überzeugt und je mehr Interaktionen er erzielt, desto mehr Followern wird der Beitrag ausgespielt. Deshalb ist Achtung vor Fake-Followern und der falschen Zielgruppe geboten.

Bei den verwendeten Hashtags unbedingt darauf achten, dass generische und spezifische gemischt werden. Bei generischen Hashtags ist das Suchvolumen zu hoch und somit die Konkurrenz um die Sichtbarkeit zu groß, wohingegen bei spezifischeren Hashtags die Chancen gut stehen gelistet zu werden.

Auf den Punkt gebracht:

  • generische und spezifische Keywords/Hashtags mischen
  • Markenbotschaft steht im Vergleich zum Design im Hintergrund
  • Instagram lebt von Emotionen
  • 10% in 60 Minuten überzeugen, um eine möglichst hohe Reichweite zu generieren

Instagram ist nur für B2C Unternehmen relevant? – Weit gefehlt. In unserem Blogartikel „Instagram im B2B-Marketing – macht das Sinn?“ finden Sie viele interessante Informationen, Tipps und Beispiele rund um gutes B2B Marketing via Instagram.

 

Mit Anne Grüner – CRO Manager bei der Penta FinTech GmbH – haben wir im Mini Workshop „Auch SEOs wollen Conversions – Conversion Copywriting zur Leadgenerierung“ eine Copy für den Bullshit Eraser kreiert.

Besonders wichtig beim Conversion Copywriting:

  • Die Botschaft des Werbemittels und der Landingpage müssen übereinstimmen
  • Fokus auf die Kernbotschaft legen – wir haben kaum Platz
  • Der Trigger ist wichtiger als die Beschreibung, denn durch den Trigger bekommen wir den User auf unsere Landingpage
  • Auf den Punkt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich

In dieser interaktiven Session konnten wir unserer kreativen Ader freien Lauf lassen. Von der Instagram Anzeige, über das Formular bis hin zur Bestätigungs-E-Mail – und das in nur 45 Minuten!

Anschließend gab es in der Mittagspause viel Zeit zum Networken – das macht den Spirit in der SEO Szene aus, das Feld ist groß und auf der SEO CAMPIXX findet sich für jedes Problem, an dem man hängt, ein Spezialist, der einen bei der Lösung unterstützen kann.

 

Auf „Matomo als Alternative zu Google Analytics“ fiel dann die Wahl für den Besuch meiner nächsten Session. Jochen Weiland – Inhaber jweiland.net – hat sich mit diesem Thema ausgiebig auseinander gesetzt und seine Erfahrungen mit uns geteilt.

Der wohl größte Vorteil von matomo gegenüber Google Analytics ist: die Coockie Bauchbinde fällt weg. Warum? – Da Personen zwar getrackt werden, aber anonym bleiben, die Daten also nicht mit Informationen wie demographischen Daten und Interessen angereichert werden, und zudem die Daten auf dem eigenen Server gespeichert werden, reicht ein Hinweis in den Datenschutzhinweisen der Webseite.

Einige Vorteile von matomo auf einen Blick:

  • Open Source Software
  • Kein Daten Sampling
  • Eigentümer der Daten
  • DSGVO konform
  • Import von Google Analytics Daten möglich
  • Bauchbinde entfällt

Wie überall im Leben gibt es auch hier ein „Aber“:

Damit die Bauchbinde entfallen darf, müssen die Daten selbst gehostet werden. Bei der Cloudlösung entfällt sie also nicht. Außerdem liefert matomo keine demographischen Daten über die Nutzer und kann auch keine Interessen clustern. Für eine bereits bekannte Zielgruppe sollte das aber kein Problem sein.

Ein Tool das begeistert

Mit einem zusätzlichen Plugin kann eine Art Heatmap generiert werden. Man kann sich also, ähnlich wie bei einer Eyetracking Kamera ausgeben lassen, welcher Content für die User relevant ist und welcher eher überlesen wird.

Alles in Allem eine interessante Alternative – auch wenn sich der ein oder andere Besucher frägt, wie lange sich dieses Tool ohne Bauchbinde wohl hält.

 

Zum Abschluss des ersten CAMPIXX Tages habe ich mich dann für die Session von Eike Kewitz (Elbcontent) entschieden. Mit dem Titel „Was TEXTE mit EISBERGEN und der TITANIC zu tun haben …“ hat er nicht zu viel versprochen.

Über alle Slides hinweg hat Eike diesen Vergleich aufgegriffen. Wir wollen den Leser am Ball behalten. Suchvolumina von Keywords sollen kein Grund sein, einen Text unnötig aufzublasen. Relevanz ist hier das Stichwort.

  • Sei Dir darüber im Klaren, dass ein guter Text nicht von jetzt auf gleich entsteht. Aufgaben wie Briefing, Keywordrecherche, Schreiben, Optimieren und Veröffentlichen sind jedem bewusst. Aber: zusätzlich muss das „Warum“ beantwortet werden, der Texter muss sich vorbereiten, recherchieren, eine Struktur entwerfen, eine Leitidee finden, testen und ggf. optimieren.

An dieser Stelle hat uns Eike den folgenden Tipp mit auf den Weg gegeben: „Weniger ist mehr – achtet auf Fokus und Authentizität!“

  • Warum beantworten
  • Gedanken machen – wer liest den Text? Was ist seine Situation? Was ist sein Problem? Was ist vorher passiert? Wie lässt sich sein Problem lösen? Nur so kann gewährleistet werden, dass wir den User auf unserer Seite halten.

So versinken wir nicht im Meer der Irrelevanz.

 

Hier würde ich nun zum zweiten Tag der SEO CAMPIXX weitergehen… würde… denn kaum einer hätte an dieser Stelle noch damit gerechnet –

Der zweite Tag wurde aufgrund des Corona Virus abgesagt!

Um 10.30 Uhr gab Marco Janck ein kurzes Statement zur Absage ab. Das Organisatoren Team war stets auf dem Laufenden das neuartige Virus betreffend und hat sich streng nach den Empfehlungen der Bundesregierung gerichtet. Nachdem die Kanzlerin am Donnerstag Abend in einer Pressekonferenz die Empfehlung ausgesprochen hatte, alle „nicht notwendigen“ Veranstaltungen über 100 Personen abzusagen, wurde die CAMPIXX 2020 an dieser Stelle abgebrochen.

Enttäuschung unter den Besuchern, aber man kann es den Veranstaltern nicht übel nehmen – weiß doch schließlich in der aktuellen Situation keiner so wirklich, wie er agieren soll.

 

Mein Fazit zur CAMPIXX 2020:

Die Stimmung war top, die Inhalte wertvoll und die Organisation des Ganzen trotz erschwerter Bedingungen sehr gut.