Crazy Ma verlängert die Messe ins Netz

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Crazy Ma verlängert die Messe ins Netz

Wer kennt sie nicht, die orangefarbenen Taschen des Onlineportals Alibaba.com, farbenfroher Ausdruck der umfangreichen Werbeoffensive der chinesischen Internetplattform. Jack Ma – Lehrer, Internetpionier und Alibaba-Gründer – bringt sich als weltweiter Marketingpartner für seine Premium-Kunden in Position.

Online-Messe an 365 Tagen im Jahr

Unter www.alibaba.com finden potentielle Geschäftspartner eine Plattform für Kontaktaufnahme und Handel, derzeit auf Chinesisch, Koreanisch, Japanisch und Englisch. Alibaba positioniert sich als weltweite Marketingplattform und Treffpunkt für Anbieter und Einkäufer in den jeweiligen Branchen, von Heimtextilien über Musikinstrumente bis zu Automobilzubehör.

Damit bietet ‚Crazy Ma’ – wie er in China auch genannt wird – eine Dienstleistung, die das Kerngeschäft der Messen und deren Zielgruppen berührt.

Inzwischen hat Ma erkannt, dass die Geschäftspartner, die er online zueinander führt, auch Wert auf reale Kontakte legen. Großes Potential setzt er daher auf die Kooperation mit Messeveranstaltern: „Unsere langfristige Vision besteht darin, die einwöchigen Events der Messeveranstalter in 365-Tage-Ausstellungen zu verwandeln“, so Porter Erisman, Bereichsleiter für Internationales Marketing und Business Development bei Alibaba. Damit hat Alibaba dasselbe Ziel wie klassische Messeveranstalter, nur mit umgekehrten Vorzeichen: Die Synchronisierung von Online und realem Messegeschäft, wie es die Messe Frankfurt mit Productpilot vorantreibt.

Aus China in die Welt

Das große Potential erkannte auch Yahoo. Für 1 Milliarde US-Dollar übernahm das Suchportal kurzerhand 40 % an Alibaba. Alibaba übernahm im Gegenzug Yahoo! China. Dadurch entstand die weltweit stärkste virtuelle Matchmaking-Plattform. Die gut gefüllten Kassen dienen laut Ma dem Ausbau der Business-Angebote und der Suchmaschinen. Nicht nur für Google und Ebay sind das Kampfansagen. Es steht zu befürchten, dass sich Anbieter wie Alibaba früher oder später in direkte Konkurrenz mit Messegesellschaften begeben, sobald sie ihr Kontakt- und Kundenportfolio an realen Messeplätzen während realer Veranstaltungen zusammenführen.

Rasante Entwicklung

Aus einst 40 Alibaba-Mitarbeitern sind heute in Hangzhou rund 2.400 geworden. Mit dem Auktionshaus Taobao und Zahlungsdienst AliPay, bei dem Alibaba mit vier Banken zusammenarbeitet, kommt Ma in China auf weit über 3000 Mitarbeiter. Alibaba und Taobao zählen 20 Millionen Kunden, darunter 1,5 Millionen auf den englischsprachigen Seiten. „Beijing Today“ schrieb von 100 000 Firmen als Stammkunden, die gutes Geld (bis zu 10.000 US$ p.a.) für Premium-Dienste zahlen. In Europa hat Alibaba.com schon 200 000 Kunden und will in London eine Europa-Zentrale aufbauen.

Die Nachrichtenagentur Xinhua zitierte Industrieanalysten, die Chinas Umsatz über E-Commerce für 2005 auf über 60 Mrd. Euro schätzen und für 2010 bei 100 Mrd. Euro sehen. Denn China ist nach den USA bereits der zweitgrößte Internetmarkt der Welt, wird nach Einschätzung von Experten die USA bereits 2010 überrundet haben.

Von | 2007-03-16T12:11:32+00:00 16.3.2007|Suchmaschinen|0 Kommentare

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